Hochwertige Inneneinrichtung seit 1726

Der Standort von THELEN | DRIFTE in Nettetal-Leuth blickt in diesem Jahr auf eine 300-jährige Geschichte zurück – eine seltene Konstante in einer sich rasant verändernden Welt. Aus einer kleinen Dorfschreinerei ist heute ein modernes, regional verwurzeltes und zugleich international agierendes Einrichtungshaus geworden, das für maßgeschneiderte Küchen- und Wohnkonzepte steht.

Anfänge im Jahr 1726
Anfänge im Jahr 1726

Im Jahr 1726 wurde die Manufaktur und Schreinerei der Familie Thelen in Nettetal-Leuth erstmals urkundlich erwähnt. Damals fertigte der Dorfschreiner noch alles, was im ländlichen Alltag benötigt wurde: vom Dachstuhl über Karrenräder und Scheunentore bis hin zu Särgen – nicht selten war der Schreiner zugleich auch Bestatter. Über Generationen hinweg wurde dieses Handwerk weitergegeben; die Werkstatt blieb stets in Familienhand und entwickelte sich Schritt für Schritt vom reinen Handwerksbetrieb zum spezialisierten Einrichter.

Vom Schreiner zur Küchenkompetenz
Vom Schreiner zur Küchenkompetenz

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine neue Phase: 1953 trat Anton Thelen als Lehrling in das Familienunternehmen ein, übernahm 1966 die Geschäfte und stellte entscheidende Weichen für die Zukunft. 1974 spezialisierte er den Betrieb auf funktionale Küchen – ein mutiger Schritt, der aus der klassischen Schreinerei einen Vorreiter im modernen Küchenbau am Niederrhein machte. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Ausstellungsfläche in Nettetal-Leuth kontinuierlich erweitert, das alte Lager zum Produktionsstandort umgebaut und der Maschinenpark modernisiert – immer mit dem Ziel, handwerkliche Qualität mit zeitgemäßer Technik zu verbinden.

Wachstum, Generationswechsel und Partnerschaft
Wachstum, Generationswechsel und Partnerschaft

Mit Werner und Manfred Thelen sowie den nachfolgenden Familienmitgliedern Sebastian, Fabian und weiteren Angehörigen kehrten gleich mehrere Generationen nach Ausbildung und Studium ins Unternehmen zurück und führten die handwerkliche Tradition in moderner Form fort.

Ein wichtiger Meilenstein war 1998 der Zusammenschluss mit Drifte Wohnform: Unter dem gemeinsamen Dach THELEN | DRIFTE entstand eine starke Markenwelt für exklusive Küchen- und Wohnkonzepte. Aus dem ursprünglichen Standort in Nettetal-Leuth wuchs eine Unternehmensgruppe mit weiteren Häusern in Düsseldorf und Moers, die heute in ganz NRW Einrichtungsschwerpunkte setzt.

Der Standort Nettetal-Leuth heute
Der Standort Nettetal-Leuth heute

Das Stammhaus in Nettetal-Leuth verbindet historische Mauern mit einer modernen Glas- und Betonelement-Architektur und macht damit die Geschichte des Unternehmens buchstäblich sichtbar. In diesem Showroom werden inspirierende Küchenkonzepte, Wohnräume und Schlafzimmer präsentiert; gleichzeitig erlaubt ein Blick in die Manufaktur „THELEN 1726“, wie aus traditionellen Fertigkeiten und digital gestützter Planung maßgenaue Einrichtungen entstehen. Hier werden individuelle Lösungen für private Wohnhäuser genauso wie für gewerbliche Projekte entwickelt – von der Küche über den Ess- und Wohnbereich bis hin zu kompletten Innenraumkonzepten.

300 Jahre Erfahrung, moderne Familientradition
300 Jahre Erfahrung, moderne Familientradition

Heute gilt THELEN | DRIFTE als nachweislich eines der ältesten Handwerksunternehmen am Niederrhein und zugleich als Premiumanbieter für Küchen und Innenraumplanung.

Die Unternehmensgruppe steht für einen ganzheitlichen Ansatz: Kreative Planer entwerfen Raumkonzepte, Markenmöbel führender Hersteller werden mit der eigenen Schreinerei kombiniert, um passgenaue Lösungen zu schaffen, wo die Möglichkeiten der Serienmöbel enden. Die Eigenmarke „THELEN 1726“ unterstreicht dabei den Anspruch, traditionelles Handwerk mit modernem Design und aktueller Technik zu verbinden – von individuellen Küchen bis zur hochwertigen Objekteinrichtung, die inzwischen auch internationale Kunden etwa in China erreicht.

Blick nach vorn: Zukunft aus Tradition
Blick nach vorn: Zukunft aus Tradition

Gemeinsam mit den Partnern von Drifte Wohnform, bleibt Thelen auch in der 11. Generation ein inhabergeführtes Familienunternehmen, das seine Entscheidungen langfristig und werteorientiert trifft. Trotz konjunktureller Schwankungen und Branchendruck sind die Auftragsbücher gut gefüllt – ein Zeichen dafür, dass maßgeschneiderte Qualität, persönliche Beratung und verlässlicher Service auch im digitalen Zeitalter gefragt sind. So wird das 300-jährige Jubiläum in Nettetal-Leuth nicht nur als Rückblick gefeiert, sondern vor allem als Startpunkt für die nächsten Kapitel einer Geschichte, in der Handwerksleidenschaft, Designkompetenz und moderne Wohnkultur weiterhin eng zusammengehören.

DIE GESCHICHTE VON THELEN

Der Weg von THELEN | DRIFTE zeigt eindrucksvoll, was der Leitsatz „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ in der Praxis bedeutet. Aus einem kleinen Dorfbetrieb am Niederrhein ist in 300 Jahren eine moderne Unternehmensgruppe geworden – ohne die handwerklichen Wurzeln und die familiären Werte aus den Augen zu verlieren.

Vom Bauern mit Axt zum Zunftbetrieb
Vom Bauern mit Axt zum Zunftbetrieb

Die Geschichte beginnt mit Peter Tüllings (1678–1724), einem Kleinbauern in Leuth, der sein handwerkliches Talent entdeckt. Aus dem Nebenerwerb wird bald mehr: Er übernimmt 1712 Haus und Hof „aan der Meyen“ und fertigt neben der Feldarbeit Holzarbeiten für die Nachbarn – vom Dachstuhl über Karrenräder bis hin zu Truhen. Schon früh zeigt sich, was das Unternehmen bis heute prägt: praktische Begabung, Fleiß und der Mut, zusätzliche Chancen zu nutzen.

Sein Sohn Johann Tüllings (1715–1778) professionalisiert das, was der Vater begonnen hat. Er wird Zimmermann, übernimmt das elterliche Haus und richtet eine Werkstatt für alles ein, was das Dorf braucht: Treppen, Fenster, Türen, Dachstühle und Möbel. Mit dem Beitritt zur Handwerkerzunft im Jahr 1726 wird der Grundstein für einen der ältesten Handwerksbetriebe am Niederrhein gelegt – den Ursprung der Schreinerei Tüllings–Dammer–Thelen.

Drei Namen, eine Linie: Tüllings – Dammer – Thelen
Drei Namen, eine Linie: Tüllings – Dammer – Thelen

Zwar bleibt die Ehe von Johann und seiner Frau kinderlos, das Handwerk aber bleibt in der Familie. Johanns Schwester Johanna heiratet den Bauernsohn Jakob Dammer, der bei seinem Schwager das Zimmererhandwerk lernt und die Werkstatt übernimmt. Sein Sohn Matthias führt den Betrieb fort – bis um 1800 ein junger Bauernsohn aus Hampeel in die Werkstatt kommt: Jakob Thelen.

Jakob Thelen (1789–1837) bringt neben solidem Handwerk eine ausgeprägte künstlerische Ader mit. Er lernt bei Matthias Dammer, verliebt sich in dessen Tochter Lucia, heiratet sie 1825 und steigt in den Betrieb ein. Mit der Übernahme durch Jakob beginnt die bis heute fast ununterbrochene Geschichte des Familienunternehmens Thelen in Leuth. Aus der Schreinerei Tüllings–Dammer ist die Schreinerei Thelen geworden.

Zwischen Tradition und Industrialisierung
Zwischen Tradition und Industrialisierung

Der frühe Tod von Jakob Thelen stellt den Betrieb vor neue Herausforderungen. Seine Witwe Lucia führt zusammen mit ihrem Bruder Matthias Dammer das Unternehmen durch eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Die Gewerbefreiheit bringt viele neue, teils ungelernte Handwerker, und erstmals treten große Betriebe als Konkurrenz auf. Während andere aufgeben oder nur noch reparieren, behauptet sich die Schreinerei Thelen – mit Qualität, Anpassungsfähigkeit und einem klaren Fokus auf den lokalen Markt.

Jakobs ältester Sohn Johann Matthias Thelen (1826–1898) übernimmt mit 20 Jahren die Werkstatt und bleibt der bewährten Linie treu: gearbeitet wird für die Region, für die Menschen im direkten Umfeld. Als er stirbt, hinterlässt er nicht nur das Anwesen „an der May“, sondern auch einen gesunden Betrieb – die Basis, auf der seine Nachfolger weiter aufbauen.

Handwerk und Verantwortung für die Gemeinschaft
Handwerk und Verantwortung für die Gemeinschaft

Zur DNA des Unternehmens gehört von Anfang an das Engagement für den Ort und seine Gemeinschaft. Die Familie ist eng mit der 1610 gegründeten St.-Lambertus-Schützenbruderschaft verbunden. Schon Johann Tüllings war Schützenkönig und stiftete einen Kronleuchter für die Kirche. Später steigt Jakob Thelen (geb. 1866) zum Brudermeister auf. Und Anton „Toni“ Thelen, der das Unternehmen im 20. Jahrhundert entscheidend prägen wird, schreibt Vereinsgeschichte, indem er gleich dreimal Schützenkönig und damit Kaiser wird.

Dieses Engagement für Glaube, Sitte und Heimat ist mehr als Folklore: Es zeigt, wie tief die Firma in Leuth verwurzelt ist – und warum bis heute gilt: „Thelen ist Leuth!“

Der Schritt in die Moderne: Paul Thelen
Der Schritt in die Moderne: Paul Thelen

Mit Paul Thelen (1902–1974) beginnt die technische Modernisierung. Er führt erstmals Maschinen in die Werkstatt ein und nutzt nach dem Zweiten Weltkrieg konsequent die Chancen des Baubooms. Flüchtlinge und Vertriebene brauchen Türen, Treppen, Fenster, Dachstühle und Innenausbau – Paul und seine Mitarbeiter liefern. Bald ist die Schreinerei eine gefragte Adresse für Schulen und Krankenhäuser im Landkreis.

1970 übergibt Paul den Betrieb an seinen Sohn Anton. Was dann folgt, ist die größte Veränderung in der Firmengeschichte.

Anton und Billa Thelen: Expansion mit Erfindergeist

Anton Thelen (1938–2020) ist ein Mann, dessen Leben eng mit dem Datum 24. März verbunden ist: an diesem Tag wird er geboren, beginnt 1953 seine Lehre, eröffnet 1973 das erste Küchenstudio und legt 1998 den Grundstein für die neue Schreinerei in Kaldenkirchen. Er lernt das Handwerk von Grund auf, besteht 1966 die Meisterprüfung und steigt als Teilhaber in „Paul Thelen & Sohn“ ein.

Anton ist nicht nur Unternehmer, sondern auch Erfinder. Eine seiner praktischen Ideen ist ein einschiebbares Türfutter, mit dem sich Türzargen schneller und rationeller montieren lassen – typisch für seinen Ansatz, handwerkliche Qualität mit cleveren Lösungen zu verbinden. Seine Philosophie, dass jede Planung und jede Ausführung maßgeschneidert und individuell sein müssen, prägt das Unternehmen bis heute.

An seiner Seite steht seine Frau Billa. Sie fährt Lieferungen, arbeitet in der Schreinerei, organisiert das Büro und hält der Familie den Rücken frei. Anton selbst ist überzeugt: „Ohne sie hätte es den Erfolg nie gegeben.“ Gemeinsam richten sie die Firma auf Innenausbau, Küchen und Schlafzimmer aus und bauen ein modernes Fertigungsunternehmen auf.

Für seine Leistungen erhält Anton mehrere Auszeichnungen, unter anderem die Matthias-Timmermanns-Gedenkmedaille für seinen unternehmerischen Weitblick und den „Nettetaler in Bronze“ für sein Engagement im Schützenwesen, im Karneval und im Sport. Bis ins hohe Alter besucht er Baustellen und Kunden; der Goldene Meisterbrief 2016 ist für ihn ein besonderer Stolz. Mit seinem Tod am 1. April 2020 endet eine Ära – aber sein Geist bleibt spürbar.

Die Pioniertat: Die Einbauküche

In den 1970er-Jahren entdeckt Anton Thelen seine ursprüngliche Kundengruppe neu: die Bauern. Doch diesmal nicht mit Dachstühlen, sondern mit Küchen. Billa erinnert sich an die alten Bauernküchen voller einzelner Schränkchen, Tische und Bänke rund um einen großen Tisch. Anton analysiert die Arbeitsabläufe und entwirft eine neue, funktionale Küchenform: die Einbauküche.

Statt schwerer Einzelmöbel entstehen durchgehende Arbeitsplatten, mit viel Stauraum und klaren Linien. „Alles stand jetzt schön in einer Reihe“, beschreibt Billa die Wirkung. Die Bauern sind begeistert, ganze Straßenzüge werden ausgestattet – etwa in Willich. Über Mundpropaganda wächst die Nachfrage, und die Einbauküche wird zum Wachstumsmotor. 1973 eröffnet Anton neben Werkstatt und Elternhaus das erste Küchenstudio. Das liebevoll „Oma’s Haus“ genannte Backsteinhaus wird zur Landhausküchen-Ausstellung – und zum Herz des späteren Stammhauses.

Bis Mitte der 1980er-Jahre sind Einbauküchen das tragende Thema, doch mit der Zeit ändern sich Lebensstile und Grundrisse. Bauernhöfe werden weniger, die Zielgruppen vielfältiger. Thelen reagiert mit neuen Konzepten: individuelle Küchen nach Maß, hochwertige Materialien, verschiedene Preissegmente – bis hin zu Angeboten für Kunden mit kleinerem Budget.

Der „Tag der offenen Küchentür“ wird zum Markenzeichen. Kunden erleben live, wie sich Technik, Design und Komfort anfühlen. Kochvorführungen, Gewinnspiele und Neuheiten machen den Studiobesuch zum Ausflug. Spaziergänge am Nettetaler Seenland enden oft mit einem Abstecher zu Thelen – Küchen zum Anfassen, nicht nur zum Anschauen.

Handwerk trifft Hightech: Kaldenkirchen
Handwerk trifft Hightech: Kaldenkirchen

Der Erfolg macht die alte Werkstatt zu klein. 1998 entsteht in Kaldenkirchen am Herrenpfad-Süd eine neue, hochmoderne Schreinerei mit Logistikzentrum und einem Maschinenpark, der seiner Zeit weit voraus ist: computergesteuerte Fertigung, Robotertechnik, eine hochentwickelte Lackierstraße. Und doch bleibt das Entscheidende die Kombination aus Hightech und Handarbeit – gerade bei den Details ist das Auge und die Erfahrung des Schreiners unverzichtbar.

Die Kapazitäten wachsen, individuelle Raumlösungen „made by Thelen“ lassen sich noch professioneller umsetzen. 2009 folgt der nächste Schritt: Der Kauf des 29.000 Quadratmeter großen ehemaligen Denon-Geländes in Kaldenkirchen. Dort bündelt die Unternehmensgruppe Logistik, Verwaltung und Fertigung – mit ausreichend Reserven für weiteres Wachstum.

Wachstum durch Standorte und Beteiligungen
Wachstum durch Standorte und Beteiligungen

Parallel zum technischen Ausbau wächst das Netz der Standorte. Thelen beteiligt sich am Einrichtungshaus Drifte in Moers-Kapellen – der Beginn einer Partnerschaft, aus der später THELEN | DRIFTE wird. Weitere Beteiligungen folgen, unter anderem in Duisburg und Würselen, dazu eigene Niederlassungen in Essen und Mönchengladbach.

Im Jahr 2000 wird in der Düsseldorfer Innenstadt ein Showroom eröffnet. Hier werden Küchen, Schlafzimmer und komplette Wohnkonzepte entwickelt und umgesetzt, häufig für Kundinnen und Kunden, die ein neues Haus bezogen haben oder umfangreiche Renovierungen planen. Mit der Zeit verschiebt sich die Kundschaft: zunächst regional, dann überregional, schließlich international.

Der Anspruch bleibt gleich: Kundennähe. Daher setzt Thelen nicht nur auf ein starkes Stammhaus, sondern auf mehrere Standorte in Nordrhein-Westfalen. Fahrzeuge mit dem Thelen-Logo sind täglich zwischen Ruhrgebiet, Bergischem Land, Aachener Raum und niederländischem Limburg unterwegs.

Aus besonderem Holz geschnitzt
Aus besonderem Holz geschnitzt

Dass Holz mehr als nur ein Werkstoff ist, zeigt sich in vielen Geschichten. Eine davon beginnt mit einem Olivenbaum aus Jerusalem, dessen langsam gewachsenes Holz eine außergewöhnlich feine Maserung besitzt. Aus diesem Baum fertigt Anton Thelen rund 4.000 Quadratmeter Furnier und eine eindrucksvolle Tischplatte, bei der zwar die Maschine vorarbeitet, die finale Veredelung aber in sorgfältiger Handarbeit erfolgt – ein Sinnbild für die Verbindung von Technik und Handwerk.

Eine andere Geschichte führt zu den Mammutbäumen der Sequoiafarm Kaldenkirchen. Fasziniert von diesen Baumriese unterstützt Anton Thelen einen Dokumentarfilm über ihre Aufzucht. Die Begeisterung für Holz geht dabei Hand in Hand mit einem Bewusstsein für Natur, Langfristigkeit und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen – ein Thema, das in den letzten Jahren im Unternehmen immer stärker in den Fokus rückt, etwa durch moderne, umweltfreundlichere Lackiertechnik.

Auch gesellschaftliches Engagement gehört dazu: Möbel- und Küchenspenden für Kindergärten, Krankenhäuser und soziale Projekte sind seit Jahren gelebte Praxis. Wo geholfen werden kann, wird geholfen – ganz im Sinne der Familien- und Unternehmenswerte.

Thelen und die Handwerkskunst
Thelen und die Handwerkskunst

Was Tradition für die Firma Thelen bedeutet, das können Besucher heute in den Ausstellungsräumen erleben. Zu bestaunen sind eine alte Werkbank und originale Zeichnungen von Schränken aus dem 19. Jahrhundert. So sieht wirklich beste Handwerkskunst aus: angefertigt mit einer unfassbaren Präzision und Detailgenauigkeit, und ohne die heutigen technischen Hilfsmittel.

„Thelen ist Leuth!“ – Heimat als Markenkern
„Thelen ist Leuth!“ – Heimat als Markenkern

Während sich Leuth vom Bauerndorf zur Wohngemeinde wandelt, bleibt Thelen dem Standort treu. Wo früher Felder und Wiesen waren, stehen heute Häuser, die Autobahnen A 40 und A 61 bringen Kunden aus einem weiten Umkreis. Die Firma aber bleibt bewusst im Ortskern verankert. Neubauten „auf der grünen Wiese“ passen nicht zum Charakter eines gewachsenen Traditionsbetriebs.

Die historische Werkstatt wird – nachdem die Produktion nach Kaldenkirchen verlagert wurde – zur Ausstellung für aktuelle Küchen- und Möbellösungen umgestaltet. So treffen alte Mauern auf moderne Entwürfe. Kunden sollen das Gefühl haben, sie könnten direkt einziehen. Dieser wohnliche Charakter ist ein bewusstes Gegenmodell zur nüchternen Hallenausstellung.

Thelen goes global
Thelen goes global

Aus dem lokalen Musterbetrieb ist ein international tätiger Einrichter geworden. Thelen plant und realisiert Innenausbau für Krankenhäuser, Arztpraxen, Seniorenwohnanlagen, Büros und Unternehmen in ganz Europa. Privatkunden kommen längst nicht mehr nur vom Niederrhein: Viele wohnen in Deutschland, haben aber Zweitwohnsitze in Spanien, Südafrika oder anderen Ländern. Das Team reist zu den Objekten, nimmt vor Ort Maß, koordiniert Logistik und Montage – sogar nach China wurden bereits Projekte geliefert.

So verbindet das Unternehmen regionale Verwurzelung mit globaler Reichweite: Man kennt die Wege im Dorf – und die Anforderungen komplexer Projekte weltweit.

Krise als Prüfstein: Die Corona-Pandemie

2019 ist wirtschaftlich ein starkes Jahr, die Auftragslage hervorragend. Dann bringt die Corona-Pandemie Lieferketten zum Erliegen, Materialpreise steigen massiv, Produktionen werden gedrosselt oder gestoppt. Plötzlich fehlt alles – von Elektronikgeräten über Beschläge bis hin zu Holzwerkstoffen.

Gleichzeitig investieren viele Menschen in ihre Häuser und Wohnungen, weil Urlaube ausfallen. Die Nachfrage nach Einrichtungs- und Küchenprojekten explodiert – eine paradoxe Situation: volle Auftragsbücher, aber knappe Ware. In dieser Phase zählt vor allem eines: Kommunikation und Verlässlichkeit. Wo Geräte fehlen, müssen Monteure erklären, beruhigen und Lösungen finden, damit der gute Ruf des Hauses gewahrt bleibt.

Die Unternehmensleitung nutzt die Krise, um zu investieren: in neue Mitarbeiter, in bessere Abläufe, in Service und Kommunikation. Die Belegschaft wächst deutlich, die Organisation wird widerstandsfähiger, und am Ende zeigt sich: Auch diese Ausnahmesituation kann das Unternehmen nicht aus der Bahn werfen – sie macht es sogar stärker.

Thelen und die Baubranche
Thelen und die Baubranche

„Unser Unternehmen ist mittelbar an die Baubranche gekoppelt", erklärt Fabian Thelen. „Wir spüren es sofort, wenn weniger Bauanträge eingereicht werden und dann auch deutlich weniger Kunden kommen, die sich etwa eine neue Küche leisten wollen. Aber dann verschiebt sich eben der Schwerpunkt vom Neubau auf den Umbau. Viele 20 oder 30 Jahre alte Wohnungen und Häuser sind in den letzten Jahren saniert worden – und da sind wir natürlich wieder gefragt." So erweist sich die Flexibilität, die das Unternehmen seit Generationen auszeichnet, einmal mehr als entscheidender Vorteil: Wo ein Markt schwächelt, öffnet sich der nächste.

Thelen und die Künstliche Intelligenz
Thelen und die Künstliche Intelligenz

Die Chancen der Künstlichen Intelligenz nutzt die Firma Thelen in vielen Bereichen: bei der Automatisierung der Schreinerei und bei der Vereinfachung und Beschleunigung von Prozessen ebenso wie bei der kostengünstigeren Produktion, beim Programmieren der Telefonanlagen, bei der Buchhaltung und beim Marketing.

Natürlich ist die Künstliche Intelligenz eine faszinierende Sache. Aber für Thelen ist ganz klar: Sie wird und soll das Handwerk nicht völlig ersetzen. Denn auch heute ist jeder maschinell produzierte Schrank eigentlich noch Handwerk: das Zusammenschrauben, die Montage und das sogenannte „Verputzen" – also das Schleifen zwischen den dreimaligen Lackiervorgängen – erledigen nicht Maschinen, sondern Menschen. Und immer noch ist die Firma Thelen Mitglied der Handwerkskammer.

Vier Geschäftsführer, eine Richtung
Vier Geschäftsführer, eine Richtung

Heute steht die elfte und zwölfte Generation an der Spitze der Unternehmensgruppe. Werner und Manfred Thelen, die Söhne von Anton, sind seit Ende der 1980er-Jahre in der Geschäftsführung. Werner verantwortet den individuellen Möbelbau, die Schreinerei, Technik und Innenarchitektur – er ist der Gestalter, der aus Räumen Wohn- und Lebenswelten formt. Manfred steuert als Kaufmann den Küchenbereich, Einkauf, Versicherungen und Warenwirtschaft – er sorgt dafür, dass Zahlen, Prozesse und Strukturen stimmen.

Unterstützt werden sie von der nächsten Generation, darunter Sebastian und Fabian, die Verantwortung in Vertrieb, Marketing, Schreinerei, Personal und insbesondere den städtischen Standorten – etwa in Düsseldorf – übernehmen. Jeder bringt eigene Stärken ein, alle verfolgen dasselbe Ziel. Die Aufgabenteilung gibt Freiräume, fördert Spezialisierung und ermöglicht es, mutige Entscheidungen zu treffen, ohne das Gemeinsame aus den Augen zu verlieren.

„Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir nutzen unsere Stärken“, lautet die interne Devise. Aus dieser Haltung entsteht die Kraft, die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben – im Bewusstsein einer 300-jährigen Tradition und mit dem Blick nach vorn.

300 Jahre: Zukunft aus Tradition
300 Jahre: Zukunft aus Tradition

Aus einer Bauernwerkstatt mit Axt und Breitbeil ist ein Unternehmen geworden, das mit hochmoderner Technik, digitaler Planung und internationaler Ausrichtung arbeitet – und doch denselben Kern bewahrt hat: die Liebe zum Handwerk, zur Qualität und zu den Menschen, für die gearbeitet wird.

Heute steht THELEN | DRIFTE für individuelle Küchen und Wohnräume nach Maß, für durchdachte Raumkonzepte vom Einfamilienhaus bis zum anspruchsvollen Objekt – und für eine Familientradition, die beweist, dass Wandel und Treue kein Widerspruch sind. 300 Jahre Firmengeschichte sind daher kein Endpunkt, sondern ein Versprechen: sich weiter zu verändern, um sich selbst treu zu bleiben.

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